Ratgeber Wohnungssanierung · Mannheim und Rhein-Neckar
Eine Komplettsanierung der Wohnung gelingt dann gut, wenn drei Dinge vor dem ersten Hammerschlag feststehen: der genaue Umfang, die Reihenfolge der Gewerke und ein Budget mit Reserve.
Für den Ablauf gilt eine einfache Grundregel: von grob nach fein. Zuerst kommen Rückbau und alles, was später in Wänden und Böden verschwindet, also Leitungen, Rohre, Putz und Estrich. Danach folgen Trockenbau, Abdichtung und Fliesen. Malerarbeiten, Bodenbeläge und Montagen bilden den Abschluss.
Wie lange das dauert, hängt vor allem vom Zustand der Wohnung und vom Umfang ab. Ein Beispiel: Eine Wohnung mit rund 70 Quadratmetern und einem Bad, ohne neuen Estrich, ohne Änderung des Grundrisses und mit Material, das vor Baustart bestellt ist, lässt sich in etwa 6 bis 10 Wochen sanieren. Weicht eine dieser Annahmen ab, verändert sich auch die Bauzeit. Die meisten Verzögerungen entstehen übrigens nicht auf der Baustelle, sondern vorher: durch offene Entscheidungen, zu spät bestelltes Material und unklare Zuständigkeiten zwischen den Gewerken.
Kurz zusammengefasst
- Reihenfolge: Bestandsaufnahme und Planung, Rückbau, Rohinstallation von Elektrik und Sanitär, Putz und Estrich, Trockenbau, Abdichtung und Fliesen, Malerarbeiten, Bodenbeläge, Endmontage, Abnahme.
- Dauer: Im Beispiel einer Wohnung mit rund 70 Quadratmetern, einem Bad, ohne neuen Estrich und ohne Grundrissänderung sind etwa 6 bis 10 Wochen realistisch. Ein neuer Estrich verlängert die Bauzeit, weil er erst belegreif sein muss.
- Kosten: Für das Beispiel ergeben veröffentlichte Richtwerte grob 28.500 bis 69.000 Euro brutto, ohne Heizung, Fenster und Küche. Eine belastbare Summe ergibt sich erst aus einem Angebot mit beschriebenem Leistungsumfang. Planen Sie zusätzlich eine Reserve von 10 bis 20 Prozent ein, im Altbau eher am oberen Ende.
- Größter Zeitfaktor: Fliesen, Sanitärobjekte, Innentüren und Bodenbelag sollten ausgewählt und bestellt sein, bevor die Arbeiten beginnen.
Grundlagen
Renovierung, Komplettsanierung oder Kernsanierung?
Die Begriffe werden oft gleich verwendet, beschreiben aber sehr unterschiedliche Projekte. Für die Planung lohnt es sich, sauber zu trennen, denn Umfang, Dauer und Kosten hängen direkt davon ab.
| Umfang | Typische Arbeiten | Was bleibt erhalten |
|---|---|---|
| Renovierung | Wände streichen, Boden erneuern, kleinere Reparaturen | Leitungen, Bad, Putz, Estrich |
| Komplettsanierung | Neues Bad, neue Elektrik, neue Böden, Wände und Decken, oft neue Innentüren und Heizkörper | Grundriss und Rohbau, häufig auch Estrich und Putz |
| Kernsanierung | Rückbau bis auf den Rohbau: Putz, Estrich und alle Leitungen werden erneuert, Grundriss oft angepasst | Tragende Bauteile |
Wer eine Wohnung kernsanieren möchte, sollte bei einer Eigentumswohnung früh klären, was zum Sondereigentum gehört und was zum Gemeinschaftseigentum. Tragende Wände, Steigleitungen und häufig auch Fenster gehören zur Gemeinschaft. Was genau gilt, regeln die Teilungserklärung und die Gemeinschaftsordnung. Eingriffe in das Gemeinschaftseigentum brauchen die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft.
Planung
Vor dem Start: Bestandsaufnahme und Planung
Die Planungsphase entscheidet über den Rest des Projekts. Hier wird festgelegt, was gemacht wird, in welcher Qualität und in welcher Reihenfolge. Je genauer diese Phase ist, desto weniger Überraschungen gibt es später.
Den Zustand der Wohnung prüfen
Bei einer Besichtigung kommt es vor allem auf die Bereiche an, die man später nicht mehr sieht. In älteren Mannheimer Wohnhäusern, etwa in der Neckarstadt, der Oststadt oder im Lindenhof, sind diese Ausgangslagen typisch:
- Elektrik: Alte Installationen ohne Schutzleiter, zu wenige Stromkreise und Sicherungen, die für heutige Geräte nicht ausgelegt sind.
- Wasser und Abwasser: Verzinkte Stahlrohre, die innen zuwachsen, oder alte Abflussleitungen mit zu geringem Gefälle.
- Böden: Hohl liegender oder gerissener Estrich, unebene Holzdielen, alte Beläge in mehreren Schichten übereinander.
- Wände und Decken: Lose Putzflächen, Risse und in Gründerzeitbauten häufig Holzbalkendecken, die eine andere Bauweise beim Bodenaufbau verlangen.
- Feuchtigkeit: Spuren alter Wasserschäden, vor allem im Bad und an Außenwänden.
Asbest und andere Schadstoffe
Seit dem 31. Oktober 1993 ist Asbest in Deutschland verboten. Wurde mit dem Bau eines Gebäudes vorher begonnen, muss man damit rechnen, dass asbesthaltige Materialien vorhanden sein können, zum Beispiel in alten Bodenplatten, schwarzen Bitumenklebern, Spachtelmassen, Fliesenklebern oder Putzen. Ähnliche Vorsicht gilt bei teerhaltigen Parkettklebern, die PAK enthalten können, und bei alter Mineralwolle. Einen guten Überblick gibt die Verbraucherzentrale zum Thema Asbest.
Nach der Gefahrstoffverordnung, die seit Dezember 2024 in geänderter Fassung gilt, muss der Auftraggeber dem ausführenden Betrieb vor Beginn der Arbeiten das Baujahr des Gebäudes mitteilen und vorhandene Informationen zur Bau- und Nutzungsgeschichte weitergeben, etwa frühere Gutachten oder bekannte Sanierungen. Auf dieser Grundlage wird beurteilt, ob und an welchen Stellen Materialproben sinnvoll sind. Nicht jede alte Fläche muss ins Labor. Entscheidend sind Baujahr, Material und die geplanten Arbeiten, denn Schleifen, Fräsen oder Abstemmen können Fasern freisetzen. Bestätigt sich ein Verdacht, dürfen diese Arbeiten nur Betriebe mit der vorgeschriebenen Sachkunde und unter den Schutzmaßnahmen der Technischen Regeln für Gefahrstoffe ausführen, für Asbest vor allem der TRGS 519.
Entscheidungen vor dem Baustart treffen
Auf der Baustelle kostet jede offene Frage Zeit. Diese Punkte sollten vor Beginn geklärt sein:
- Lage von Steckdosen, Schaltern, Lampenauslässen und Netzwerkanschlüssen in jedem Raum
- Grundriss des Bades mit Position von Dusche, WC, Waschtisch und Anschlüssen
- Fliesen, Sanitärobjekte und Armaturen
- Bodenbelag für jeden Raum und die gewünschten Übergänge zwischen den Räumen
- Innentüren mit Maßen und Anschlagrichtung
- Küchenplanung, falls eine neue Küche kommt, damit Wasser, Abfluss und Starkstrom an der richtigen Stelle liegen

Hausverwaltung, Nachbarn und Genehmigungen
Informieren Sie die Hausverwaltung frühzeitig, vor allem wenn Arbeiten an Steigleitungen, Fenstern oder der Wohnungseingangstür geplant sind. Prüfen Sie die Hausordnung auf Ruhezeiten, denn laute Arbeiten wie Stemmen und Fräsen lassen sich dann besser einteilen. Soll ein Container auf einer öffentlichen Straße stehen, braucht es dafür in der Regel eine Genehmigung der Stadt. Ein kurzer Aushang im Treppenhaus mit Zeitraum und Ansprechpartner erspart viel Ärger mit den Nachbarn.
Ablauf
Wohnungssanierung: Ablauf in der richtigen Reihenfolge
Die Reihenfolge folgt einer klaren Logik: Was später verdeckt wird, kommt zuerst. Was empfindlich ist, kommt zuletzt. Wer diese Logik umdreht, beschädigt fertige Flächen oder muss Arbeiten doppelt machen.
1 Rückbau und Entsorgung
Alte Böden, Fliesen, Sanitärobjekte, Türen und je nach Umfang auch Putz und Estrich werden entfernt. Erst jetzt zeigt sich der tatsächliche Zustand der Wohnung. Deshalb ist nach dem Rückbau der richtige Moment, den Plan noch einmal zu prüfen und Mehraufwand offen zu besprechen, bevor weitergearbeitet wird. Treppenhaus, Aufzug und Fenster sollten vorher geschützt werden.

2 Rohinstallation von Elektrik, Sanitär und Heizung
Jetzt werden neue Leitungen verlegt, Schlitze gefräst, Dosen gesetzt und Rohre für Wasser, Abwasser und Heizung geführt. Diese Arbeiten gehören in die Hände eines eingetragenen Elektro- beziehungsweise Installationsfachbetriebs. Unser Tipp: Fotografieren Sie alle Leitungen, bevor Wände und Böden geschlossen werden, am besten mit einem Zollstock im Bild. Diese Fotos helfen später bei jeder Bohrung.

3 Putz, Estrich und Ausgleich
Schlitze werden geschlossen, Wände verputzt und Böden ausgeglichen oder neu aufgebaut. Hier liegt der größte Zeitfaktor der gesamten Sanierung, denn nasse Baustoffe brauchen Zeit zum Trocknen. Wie lange ein neuer Estrich bis zur Belegreife braucht, hängt vom Estrichsystem ab, zum Beispiel Zement- oder Calciumsulfatestrich, außerdem von der Schichtdicke, von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Lüftung und davon, ob eine Fußbodenheizung eingebaut ist. Pauschale Faustregeln sind deshalb unzuverlässig.
Bevor ein Bodenbelag verlegt wird, wird die Restfeuchte des Estrichs gemessen, üblich ist die CM-Messung. Der Messwert muss unter dem Grenzwert liegen, den die Hersteller von Belag und Klebstoff vorgeben. Bei beheizten Estrichen gehört zusätzlich ein dokumentiertes Aufheizprotokoll dazu. Erst wenn diese Prüfung bestanden ist, geht es mit dem Boden weiter.

Wenn die Zeit knapp ist, kann ein Trockenestrich eine Alternative sein, etwa aus Gipsfaser- oder Zementplatten. Er bringt kaum Feuchtigkeit in die Wohnung und ist leichter als ein Nassestrich, was bei Holzbalkendecken ein Vorteil sein kann. Sofort belastbar ist er aber nicht in jedem Fall: Viele Systeme werden verklebt und verschraubt, und der Kleber braucht die vom Hersteller angegebene Zeit, bevor weitergearbeitet wird. Gipsgebundene Platten sind feuchteempfindlich und brauchen im Bad ein dafür freigegebenes System mit passender Abdichtung. Bei Holzbalkendecken muss außerdem geprüft werden, ob Tragfähigkeit, Ebenheit und Trittschallschutz zum geplanten Aufbau passen.
4 Trockenbau
Vorwandinstallationen im Bad, Abkastungen für Leitungen, abgehängte Decken oder neue Trennwände entstehen in dieser Phase. Im Bad wird die Vorwand gesetzt, bevor abgedichtet und gefliest wird.

5 Abdichtung und Fliesen
Im Bad werden Boden und Wände im Spritzwasserbereich abgedichtet, Dichtbänder an Ecken und Durchdringungen eingesetzt und anschließend gefliest. Die Abdichtung braucht je nach Produkt eine gewisse Trockenzeit, bevor Fliesen verlegt werden dürfen. Die Angaben dazu stehen im technischen Merkblatt des Herstellers. Mehr zu diesem Teil finden Sie auf unserer Seite zur Badrenovierung in Mannheim.

6 Spachtel- und Malerarbeiten
Wände und Decken werden gespachtelt, geschliffen, grundiert und gestrichen. Der Hauptanstrich kommt vor dem Bodenbelag, damit Farbe und Schleifstaub den neuen Boden nicht beschädigen. Kleine Ausbesserungen nach der Endmontage sind normal und werden zum Schluss erledigt. Details zu Untergründen und Farben erklären wir auf der Seite Malerarbeiten und Anstrich.

7 Bodenbeläge
Vinyl, Laminat, Parkett oder Fliesen in Wohnräumen werden verlegt, wenn der Untergrund trocken, eben und tragfähig ist. Bleibt ein alter Dielen- oder Parkettboden erhalten, wird er in dieser Phase geschliffen und versiegelt. Mehr dazu auf unseren Seiten zur Bodenverlegung und zum Parkett schleifen.

8 Endmontage
Zum Schluss werden Sanitärobjekte, Armaturen, Schalter und Steckdosen, Leuchten, Innentüren, Sockelleisten und die Küche montiert. Klären Sie vorher, ob der neue Boden unter der Küche durchläuft oder nur bis zu den Unterschränken reicht, denn das beeinflusst Material und Reihenfolge.

9 Abnahme und Mängelliste
Gehen Sie die Wohnung gemeinsam mit dem ausführenden Betrieb Raum für Raum durch und halten Sie das Ergebnis in einem Abnahmeprotokoll fest. Mängel, die Sie bereits kennen, sollten Sie bei der Abnahme ausdrücklich vorbehalten, sonst können Rechte verloren gehen. Wegen unwesentlicher Mängel kann die Abnahme nicht verweigert werden. Offene Punkte werden mit einem Termin für die Nachbesserung notiert.

Bis die Mängel beseitigt sind, dürfen Sie in der Regel einen angemessenen Teil der Vergütung zurückbehalten. Nach § 641 Abs. 3 BGB ist das üblicherweise das Doppelte der voraussichtlichen Kosten für die Mängelbeseitigung, nicht aber automatisch die gesamte Schlussrechnung. Was im Einzelfall gilt, hängt vom Vertrag ab. Bei Unsicherheit ist eine rechtliche Beratung sinnvoll.
Zeitplan
Wie lange dauert eine Komplettsanierung?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die folgenden Werte beziehen sich auf ein Beispiel mit diesen Annahmen:
- Wohnung mit rund 70 Quadratmetern und einem Bad
- keine Änderung des Grundrisses
- vorhandener Estrich bleibt erhalten und wird nur ausgeglichen
- keine Schadstoffsanierung erforderlich
- alle Entscheidungen getroffen und Material vor Baustart bestellt
Unter diesen Annahmen sind etwa 6 bis 10 Wochen Bauzeit realistisch. Einige Phasen überschneiden sich, zum Beispiel können Malerarbeiten in fertigen Räumen beginnen, während im Bad noch gefliest wird.
| Phase | Orientierung im Beispiel | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Planung, Angebote, Materialauswahl | 2 bis 6 Wochen vor Baustart | Lieferzeiten für Türen, Fliesen und Küche einplanen |
| Rückbau und Entsorgung | 3 bis 7 Arbeitstage | Schadstofffrage vorher klären, Container rechtzeitig organisieren |
| Rohinstallation Elektrik und Sanitär | 1 bis 2 Wochen | Leitungen dokumentieren, bevor geschlossen wird |
| Putz und Ausgleich | 1 bis 2 Wochen inklusive Trocknung | Raumklima und Lüftung steuern |
| Neuer Estrich, nicht im Beispiel enthalten | zusätzliche Wochen bis zur Belegreife | Belegreife messen, nicht schätzen |
| Bad mit Abdichtung und Fliesen | 2 bis 3 Wochen | Trockenzeiten der Abdichtung beachten |
| Malerarbeiten | 1 bis 2 Wochen | Vor dem Bodenbelag abschließen |
| Bodenbeläge | 3 bis 7 Arbeitstage | Untergrund prüfen, Material akklimatisieren lassen |
| Endmontage und Abnahme | 3 bis 5 Arbeitstage | Alle Teile vor Ort, bevor die Monteure kommen |
Beispiel-Zeitplan Woche für Woche
So kann der Ablauf für das Beispiel aussehen. Die rechte Spalte zeigt, wovon der nächste Schritt abhängt und wo technisch bedingte Wartezeiten entstehen.
| Woche | Arbeiten | Abhängigkeit oder Wartezeit |
|---|---|---|
| 1 | Schutz von Treppenhaus und Wohnung, Rückbau, Entsorgung | Baujahr und Schadstofffrage vorher geklärt, Container genehmigt |
| 2 | Rohinstallation Elektrik, Sanitär und Heizung | Elektroplan und Badplanung müssen fertig sein |
| 3 | Rohinstallation abschließen, Leitungen fotografieren, Schlitze schließen, Putzarbeiten | Erst schließen, wenn die Installation geprüft ist |
| 4 | Untergrund im Boden ausgleichen, Vorwand im Bad setzen | Wartezeit: Putz und Spachtel müssen vor Anstrich und Fliesen ausreichend trocken sein |
| 5 | Abdichtung im Bad, Spachtelarbeiten in den Wohnräumen | Wartezeit: Trockenzeit der Abdichtung nach Herstellerangabe |
| 6 | Fliesen im Bad, Grundierung und erster Anstrich in den Wohnräumen | Ausgleichsmasse muss bis zum Bodenbelag belegreif sein |
| 7 | Verfugen und Silikon im Bad, Schlussanstrich in den Wohnräumen | Hauptanstrich vor dem Bodenbelag abschließen |
| 8 | Bodenbeläge verlegen | Material akklimatisiert, Restfeuchte des Untergrunds geprüft |
| 9 | Endmontage von Sanitärobjekten, Schaltern, Leuchten, Türen, Sockelleisten und Küche | Alle Teile müssen vor Ort sein |
| 10 | Ausbesserungen, Reinigung, Abnahme | Puffer für Unvorhergesehenes |
Dieser Plan zeigt das obere Ende der Spanne von 6 bis 10 Wochen, die letzte Woche ist als Puffer eingeplant. Laufen einzelne Phasen parallel, etwa Malerarbeiten in fertigen Räumen während der Fliesenarbeiten im Bad, wird das Beispiel früher fertig. Ein neuer Estrich, ein geänderter Grundriss oder eine Schadstoffsanierung verlängern die Bauzeit entsprechend.
Kosten
Kostenplanung: womit Sie rechnen sollten
Pauschale Quadratmeterpreise findet man im Internet viele. Für Ihre konkrete Wohnung sagen sie allerdings wenig aus, weil zwei Wohnungen gleicher Größe sehr unterschiedliche Kosten verursachen können. Eine belastbare Zahl gibt es erst nach einer Besichtigung und einem Angebot mit klar beschriebenen Leistungen. Weiter unten finden Sie trotzdem eine Beispielrechnung, die zeigt, welche Leistungsbereiche wie stark ins Gewicht fallen.
Was den Preis am stärksten beeinflusst
- Das Bad: Es ist pro Quadratmeter fast immer der teuerste Raum, weil hier viele Gewerke auf kleiner Fläche zusammenkommen.
- Elektrik: Eine komplett neue Installation mit Unterverteilung kostet deutlich mehr als einzelne neue Steckdosen.
- Estrich und Untergrund: Ob der Boden nur ausgeglichen oder neu aufgebaut wird, verändert Kosten und Bauzeit stark.
- Materialstandard: Fliesen, Armaturen, Türen und Bodenbeläge gibt es in sehr unterschiedlichen Preisklassen.
- Zugang und Entsorgung: Etage, Aufzug, Parkmöglichkeiten und die Menge an Bauschutt spielen eine Rolle.
Beispielrechnung: Was kostet die Komplettsanierung von 70 Quadratmetern?
Ein nachvollziehbares Angebot ist nach Leistungsbereichen gegliedert, weist Arbeits- und Materialkosten getrennt aus und nennt die Umsatzsteuer. Damit Sie trotzdem eine erste Größenordnung haben, haben wir veröffentlichte Richtwerte für die einzelnen Leistungen auf das Beispiel umgerechnet und einheitlich in netto, Umsatzsteuer und brutto aufgeteilt. Belastbare Durchschnittswerte speziell für Mannheim gibt es nicht, die Werte beziehen sich auf Deutschland, Stand 2026.
| Leistungsbereich und Annahme | Netto | USt. 19 % | Brutto | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Genehmigungen für ContainerStellgenehmigung 2 Wochen, Halteverbot 3 Tage | 230 bis 310 € | keine | 230 bis 310 € | sanier.de |
| Rückbau und EntsorgungBeläge, Fliesen, Sanitär, Türen, Container 10 m³ | 3.450 bis 6.700 € | 660 bis 1.270 € | 4.110 bis 7.970 € | greenox-group.de, sanier.de |
| Elektroinstallation durch FachbetriebKomplett neu im Altbau, 80 bis 150 € pro m² | 5.600 bis 10.500 € | 1.060 bis 2.000 € | 6.660 bis 12.500 € | wohnglueck.de |
| Sanitärleitungen durch Fachbetrieb20 bis 40 m für Küche und Zuleitungen, 50 bis 150 € pro Meter | 1.000 bis 6.000 € | 190 bis 1.140 € | 1.190 bis 7.140 € | meister-job.de |
| Spachteln, Grundieren und Untergrund245 m² Wand- und Deckenfläche, 65 m² Boden ausgleichen | 3.030 bis 6.390 € | 580 bis 1.210 € | 3.610 bis 7.610 € | clean-invoice.com, aroundhome.de |
| BadRund 5 m², Standard bis gehoben, 1.200 bis 3.500 € pro m² | 6.000 bis 17.500 € | 1.140 bis 3.330 € | 7.140 bis 20.830 € | aroundhome.de |
| Malerarbeiten175 m² Wände und 70 m² Decken, zweimal weiß | 1.760 bis 3.260 € | 340 bis 620 € | 2.100 bis 3.890 € | clean-invoice.com |
| Bodenbeläge65 m² Vinyl mit Material und Verlegung | 1.630 bis 5.200 € | 310 bis 990 € | 1.930 bis 6.190 € | aroundhome.de |
| Innentüren5 Standardtüren mit Zarge, montiert | 1.050 bis 1.890 € | 200 bis 360 € | 1.250 bis 2.250 € | clean-invoice.com |
| EndreinigungBaureinigung von 70 m² | 250 bis 460 € | 50 bis 90 € | 290 bis 540 € | trustlocal.de |
| Summe im Beispielentspricht rund 400 bis 1.000 € brutto pro m² | 24.000 bis 58.200 € | 4.500 bis 11.000 € | 28.500 bis 69.200 € | |
| Reserve für Unvorhergesehenes10 bis 20 Prozent der Bruttosumme, nicht Teil des Angebots | 2.900 bis 13.800 € |
Quellen der Richtwerte, Stand 2026: sanier.de, Bauschutt entsorgen · greenox-group.de, Entkernung · wohnglueck.de, Elektrik · meister-job.de, Wasserleitungen · clean-invoice.com, Maler · aroundhome.de, Bad · aroundhome.de, Vinyl · clean-invoice.com, Türen · trustlocal.de, Reinigung
Unvorhergesehene Kosten einplanen
Bei einer Komplettsanierung kommen nach dem Rückbau fast immer Dinge zum Vorschein, die vorher nicht sichtbar waren. Typisch sind marode Leitungen hinter alten Fliesen, Putz, der sich großflächig von der Wand löst, hohl liegender Estrich, versteckte Feuchteschäden oder Schadstoffe im alten Bodenaufbau. Deshalb empfehlen wir eine Reserve von 10 bis 20 Prozent der Auftragssumme. Bei Altbauten mit unbekannter Vorgeschichte sollte die Reserve eher am oberen Ende liegen.
Angebote richtig vergleichen
Angebote lassen sich nur vergleichen, wenn sie dieselben Leistungen beschreiben. Achten Sie darauf, ob Entsorgung, Schutz von Treppenhaus und Fenstern, Material, Grundierungen und die Endreinigung enthalten sind und ob die Preise netto oder brutto angegeben sind. Ein Kostenvoranschlag ist eine Schätzung, ein Festpreisangebot legt den Preis für den beschriebenen Umfang verbindlich fest. Unser Angebot beschreibt den vereinbarten Leistungsumfang Position für Position. Zeigt sich während der Arbeiten, dass zusätzliche Leistungen nötig sind, sprechen wir das mit Ihnen ab, bevor wir sie ausführen.
Für eine selbst genutzte Wohnung können Sie unter Umständen einen Teil der Arbeitskosten über die Steuerermäßigung nach § 35a EStG geltend machen. Voraussetzung ist unter anderem eine Rechnung, auf der die Arbeitskosten gesondert ausgewiesen sind, und eine Zahlung per Überweisung. Ob und in welcher Höhe das in Ihrem Fall möglich ist, klären Sie am besten mit Ihrem Steuerberater.
Was bedeutet das für Ihre Wohnung?
Schicken Sie uns ein paar Fotos per WhatsApp oder fordern Sie über unser Kontaktformular ein kostenloses Angebot an. Dann sagen wir Ihnen, welche Punkte wir uns bei einer Besichtigung genauer ansehen sollten.
Fehler vermeiden
Typische Fehler, die eine Sanierung verzögern
- Baustart ohne fertige Entscheidungen Wenn die Fliesen erst ausgesucht werden, während das Bad schon offen ist, steht die Baustelle still.
- Material zu spät bestellt Innentüren, Sonderformate bei Fliesen und Küchen haben oft Lieferzeiten von mehreren Wochen.
- Belegreife geschätzt statt gemessen Ein zu feuchter Estrich führt später zu Schäden am Boden, die teurer sind als jede Wartezeit.
- Unklare Schnittstellen zwischen den Gewerken Wer schließt die Schlitze nach dem Elektriker, wer setzt die Revisionsöffnung im Bad? Solche Fragen gehören in den Terminplan.
- Änderungen während der Bauphase Eine zusätzliche Steckdose ist vor dem Verputzen schnell gesetzt, danach bedeutet sie Stemmen, Putzen und Streichen.
- Hausverwaltung und Nachbarn zu spät informiert Fehlende Zustimmungen oder Beschwerden über Lärm können Arbeiten stoppen.
- Keine finanzielle Reserve Wenn nach dem Rückbau Mehraufwand sichtbar wird und kein Budget dafür da ist, ruht das Projekt, bis eine Lösung gefunden ist.
Zum Abhaken
Checkliste vor dem Baustart
- Umfang schriftlich festgelegt, Raum für Raum
- Baujahr und bekannte Informationen zu möglichen Schadstoffen an den ausführenden Betrieb weitergegeben
- Zustimmung der Eigentümergemeinschaft eingeholt, falls Gemeinschaftseigentum betroffen ist
- Elektroplan mit allen Steckdosen, Schaltern und Lampenauslässen
- Fliesen, Sanitärobjekte, Türen und Bodenbelag ausgewählt und bestellt
- Terminplan mit allen Gewerken und klaren Zuständigkeiten
- Hausverwaltung und Nachbarn informiert, Container organisiert
- Reserve von 10 bis 20 Prozent im Budget
Kann man während der Sanierung in der Wohnung wohnen?
Bei einer Komplettsanierung ist das in der Praxis kaum möglich. Wasser und Strom sind zeitweise abgestellt, das Bad ist über Wochen nicht nutzbar und Staub lässt sich trotz Schutzwänden nie ganz vermeiden. Planen Sie für die Bauzeit eine andere Unterkunft ein. Bei einer Renovierung einzelner Räume sieht das anders aus, dort lässt sich oft abschnittsweise arbeiten.
Aus der Praxis
Aus der Praxis von David FixHaus
Wir sind ein Renovierungsservice aus Mannheim und arbeiten in Mannheim und im Rhein-Neckar-Raum. Bei Malerarbeiten setzen wir Farben von Brillux und Caparol ein. Wir arbeiten auch in denkmalgeschützten Gebäuden, in denen Material und Arbeitsweise zu den Vorgaben des Denkmalschutzes passen müssen. Auf unsere Arbeiten erhalten Sie eine schriftliche Gewährleistung.

Häufig gefragt
Häufige Fragen
Kann man eine Wohnung auch in Etappen sanieren?
Ja, aber nicht in jeder Reihenfolge. Leitungen für Strom und Wasser sollten möglichst in einem Zug erneuert werden, weil sie durch mehrere Räume laufen. Danach lassen sich Bad, Böden und Wände auch nacheinander angehen. Insgesamt dauert eine Sanierung in Etappen länger und ist meist etwas teurer, weil Baustelleneinrichtung und Schutzmaßnahmen mehrfach anfallen.
Was kommt zuerst, Maler oder Boden?
In der Regel zuerst der Maler. So kommen weder Farbe noch Schleifstaub auf den neuen Boden. Sockelleisten werden erst nach dem Bodenbelag montiert, kleine Ausbesserungen am Anstrich folgen zum Schluss.
Brauche ich für eine Komplettsanierung eine Baugenehmigung?
Für eine Sanierung innerhalb der Wohnung ohne Eingriffe in tragende Bauteile ist meist keine Baugenehmigung nötig. Anders kann es aussehen, wenn tragende Wände verändert werden, sich die Nutzung ändert oder das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Bei einer Eigentumswohnung ist zusätzlich die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft für Arbeiten am Gemeinschaftseigentum erforderlich.
Muss die Elektrik bei einer Komplettsanierung immer erneuert werden?
Nicht immer, aber oft ist es sinnvoll. Wenn Wände ohnehin offen sind und die Installation alt ist, kostet eine Erneuerung jetzt deutlich weniger als später. Ob die vorhandene Elektrik weiter genutzt werden kann, sollte ein Elektrofachbetrieb prüfen.
Wann sollte ich mit der Planung beginnen?
Am besten zwei bis drei Monate vor dem gewünschten Baustart. In dieser Zeit lassen sich Besichtigung, Angebot, Materialauswahl und Bestellungen in Ruhe erledigen. Wer erst kurz vor dem Einzugstermin anfragt, muss oft Kompromisse beim Material oder beim Termin machen.
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Passende Leistungen und weitere Informationen
Ihr Projekt
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Schicken Sie uns gerne ein paar Fotos der Wohnung per WhatsApp, am besten von Bad, Böden und Elektroverteilung. Dann können wir den Zustand besser einschätzen und mit Ihnen besprechen, wie es weitergeht, zum Beispiel mit einem Termin zur Besichtigung. Wir arbeiten in Mannheim und im Rhein-Neckar-Raum, zum Beispiel auch in Heidelberg und Weinheim.
